Lyngvig Fyr

Der Leuchtturm Lyngvig Fyr

Foto: Presse

Der jüngste Leuchtturm Dänemarks steht auf der Nehrung Holmsland Klit. Lyngvig Fyr ist eine der größten Touristattraktionen der Gegend. Von oben hast du eine fantastische Aussicht über Nordsee und Fjord sowie die schmale Nehrung, auf der sich Hvide Sande und Holmsland Klit befinden.

Lyngvig Fyr ist der zuletzt gebaute Leuchtturm an der Westküste Jütlands. Der Leuchtturm wurde 1906 gebaut und erleuchtete am 3. November zum ersten Mal. 

Bau mit einem tragischen Hintergrund

Ein tragischer Unfall auf der Nordsee im Jahr 1903, bei dem 24 Seeleute ums Leben kamen, war der Anlass, dass mit dem Bau begonnen wurde. Der Leuchtturm steht auf einer 17 m hohen Düne und ist 38 m hoch. Es sind 159 Stufen bis zur Aussichtsplattform und zusätzlich 69 Stufen vom Fuß der Düne. Das Lichtsignal des Leuchtturmes reicht sehr weit - bei klarer Sicht bis zu 50 km. 

Historisches Wahrzeichen

Der Leuchtturm hat heute für die Schifffahrt keine Funktion mehr, aber für die Umgebung ist er ein schönes Wahrzeichen. Es gibt aber immer noch Leute, die sich an seine frühere Bedeutung erinnern. Beispielsweise Anna Marie Nissen, die in Hvide Sande aufwuchs und heute in Ostjütland wohnt:

- Ich war um 1950 Strandwächterin zusammen mit einer Gruppe anderer. Das heißt, wir waren Freiwillige, die bei Sturm, wenn Schiffe Probleme bekommen konnten, am Strand entlang gingen. Wir gingen zu zweit von Hvide Sande zum Leuchtturm, wo wir eine Tasse Kaffee bekamen und für kurze Zeit vor dem Sturm geschützt waren und dann gingen wir zurück. Der Leuchtturmwärter rief zur Strandwacht auf und dann wurden wir angerufen und erhielten einen Zeitpunkt, an dem wir am Strand entlang gehen sollten. Es gingen auch Strandwächter von Søndervig nach Lyngvig, berichtet sie und fährt fort:

- Ich war nie dabei, wenn ein Schiff auf der Nordsee in Seenot geriet, aber es geschah ja. Unsere Aufgabe war es, schnell zum Leuchtturm zu laufen und zu berichten, was wir gesehen hatten und wo sich das Schiff ungefähr befand. Es war etwas ganz Spezielles, im Dunkeln und im Sturm am Strand zu gehen, wenn das Meer gleich daneben tobte. Oft mussten wir in den Dünen gehen, da das Wasser bis zum Fuß der Dünen kam. Damals gab es nicht so viele Ferienhäuser, aber einige waren dort und die Touristen, die wir trafen, fragten oft, was wir machen. Für sie war es sehr seltsam, dass wir dorthin gingen, aber für uns war es ganz natürlich. Viele Bewohner haben auf See Familienmitglieder verloren und viele haben auch einen Schiffbruch erlebt, bei dem sie sich um die Überlebenden und auch um die Toten kümmern mussten.

Ein anderes Licht

Anfang 2000 wurde das Licht im Lyngvig Fyr durch eine Leuchtdiodenlampe ersetzt, die ein weißes, blinkendes, aber stationäres Licht bot, sehr zum Ärger der Bewohner und Gäste. Eine Gruppe leidenschaftlicher Menschen kämpfte darum, das richtige, rotierende gelbe Licht wiederzuerlangen, und am 23. Dezember 2013 erstrahlte es zum ersten Mal wieder, zur großen Freude vieler. Viele Menschen nutzten diesen Abend für einen Spaziergang in der Umgebung, um das weiche, rotierende Licht wie “in alten Zeiten” zu genießen.  

Besuche den Leuchtturm - ein schönes Erlebnis

Obwohl der Leuchtturm heute keine eigentliche Funktion hat, ist es dennoch ein tolles Erlebnis, den historischen Leuchtturm zu besichtigen. Viele kommen mit dem Fahrrad hierher, aber du kannst auch zu Fuß oder mit dem Auto kommen.

Und hier gibt es genug zu erleben. Neben dem Leuchtturm und der herrlichen Aussicht gibt es am Fuße des Lyngvig Fyr einen kleinen Laden. Wenn du etwas Ruhe brauchst, kannst du dich in das gemütliche Café setzen.

Lese mehr über den Ausstellungsort hier.