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Holger Danske Skjern

Holger Danske – ein dänisches Nationalsymbol in Skjern

Foto: Presse

Holger Danske kam nach Skjern und ist auf dem Holger Danske Plads aufgestellt. Hier wacht er über die Stadt Skjern und seine Bewohner. 

Es ist nicht irgendeine Statue, die lokale Initiatoren im Frühjahr 2013 unter großer medialer Aufmerksamkeit für Skjern gekauft haben. Der Mythos um Holger Danske besagt nämlich: Wenn das Königreich von einem äußeren Feind bedroht wird, verwandelt sich die Bronzefigur in einen Menschen und erhebt sich zur Verteidigung Dänemarks. Diese Geschichte spielt seit vielen Jahrhunderten eine große Rolle im dänischen Nationalbewusstsein, was besonders darin zum Ausdruck kam, dass eine der Widerstandsgruppen während der nationalsozialistischen Besetzung Dänemarks unter dem Namen Holger Danske operierte.

Ein französischer Mythos

Ursprünglich stammt der Holger-Danske-Mythos gar nicht aus Dänemark, der tauchte nämlich zuerst in der französischen Literatur des Mittelalters auf. Unter dem Namen „Ogier le Danois“ trat Holger Danske als einer der Krieger Karls des Großen auf.

Der Mythos um Holger Danske taucht in Skandinavien erstmals um 1510 auf, und 1534 erschien eine dänische Nacherzählung der Geschichte unter dem Namen "König Olger Danskes Chronik". Der Autor der Chronik, Christiern Pedersen, stammte aus Helsingør, und die Heldenfigur wurde daher natürlich mit Schloss Kronborg in Verbindung gebracht. Der Bildhauer Hans Pedersen-Dan fertigte zuerst eine große Gipsfigur an, die die Grundlage für die Form der richtigen Statue bildete, die jetzt in Skjern steht, und diese Gipsfigur wurde in Kronborg aufgestellt. 1985 wurde die Gipsfigur durch eine Betonkopie ersetzt, da der Gips durch Feuchtigkeit beschädigt war.

Inspirierende Sagenfigur

Die Legende von der heroischen Sagengestalt war eine große Inspirationsquelle für Musik und Literatur in ganz Europa. So schrieb B. S. Ingemann 1837 das Gedicht über Holger Danske, während H.C. Andersen 1845 das Märchen „Holger Danske“ schrieb. Rundherum in Europa gibt es ähnliche Giganten, die darauf warten, dass ihre Länder in Schwierigkeiten geraten. In Polen heißt er beispielsweise „Der weiße Prinz“ und sitzt in der Hohen Tatra, und in Deutschland sitzt Frederik Barbarossa im Kyffhäusergebirge südlich des Harzes. Holger Danske ist damit Teil eines gemeinsamen europäischen Sagengutes, das in Romanform, Dichtung und Volksmärchen überliefert wurde.

Sollte eine feindliche Streitmacht beschließen, an Dänemarks Tür zu klopfen, muss man hoffen, dass Holger Danske erwacht und zur Tat schreitet. Bis dahin aber ist der mausetote, dänische Sagenheld an seinem neuen Platz in Skjern zu erleben.

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